FAIRER HANDEL
Fairer Handel: Was ist das?
Häufige Fragen zu CONTIGO und dem Konzept Fairer Handel
"Fairer Handel" ist für viele Menschen ein bekannter, doch zugleich schwer definierbarer Begriff. Hier beantworten wir zu diesem Thema Fragen, die uns regelmäßig erreichen.

Keineswegs! Die Handwerker und Kleinbauern in Übersee arbeiten zwar in unterschiedlichsten Organisationsformen. Aber egal ob Genossenschaft, Dorfgemeinschaft, Familienbetrieb oder mittelständisches Unternehmen: sie alle sind wirtschaftliche Einheiten. Sie arbeiten nicht ehrenamtlich, sondern für die Erzielung eines möglichst stabilen Ertrages. Sie sind Unternehmer oder Teile eines Unternehmens und arbeiten, energisch und konsequent, für ihre Existenz, für das Wohl ihrer Familien und deren Zukunft.
Sie benötigen hierzulande ebensolche Partner: mutige und engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, die ein positives Betriebsergebnis, Wachstum und Erfolg anstreben. Nur dann bekommt der Faire Handel eine Breitenwirkung mit nennenswerten Umsätzen und eine tragfähige Zukunftsperspektive.
Anfang der neunziger Jahre wurde mit der Einführung fair gehandelter Produkte in den allgemeinen Lebensmittelhandel begonnen. Dazu brauchte man ein Erkennungszeichen, das diese Produkte von der konventionellen Industrieware unterscheidet. Zu diesem Zweck wurde ein Siegel (TransFair) geschaffen. Dieses Siegel steht jetzt für bestimmte Produkte, wie Kaffee, Tee, Honig, Kakao- und Schokoladenprodukte, Orangensaft u.a. zur Verfügung, für die beim Einkauf in Übersee ein besserer Preis gezahlt wurde als am Weltmarkt üblich.
Damit wird zweierlei deutlich: Erstens bezeichnet ein solches Siegel nicht die Herkunft "aus Fairem Handel", sondern lediglich eine Mindestpreiszahlung. Zweitens macht der Einsatz dieses Siegels in den Weltläden und CONTIGO fair trade shops wenig Sinn. Anders als in den Lebensmittelketten besteht dort nämlich nicht die Notwendigkeit, einige wenige Produkte besonders hervorzuheben. Im Gegenteil, das gesamte Sortiment, also auch die Handwerksprodukte und Geschenkartikel, stehen insgesamt unter dem Anspruch des Fairen Handels. Für die Einhaltung der Fair Trade Bedingungen sorgen die Importeure, der Weltladen-Dachverband und die Läden selbst.
Die Verwendung eines Siegels in den Fachgeschäften des Fairen Handels würde also eher für Verwirrung sorgen als nützen. Hinzu kommt, dass für viele Kaffees in den CONTIGO-Läden beim Einkauf in Übersee wesentlich mehr gezahlt wurde als das Mindestpreisschema von TransFair vorgibt - allein schon wegen der Ausnahmequalitäten und der aufwändigeren ökologischen Erzeugung.
Die Kooperation zwischen TransFair und dem berüchtigten Discounter Lidl macht noch einmal deutlich, dass "TransFair" oder "Fairglobe" nie für wirklich Fairen Handel stehen können. Diese Zeichen gelten nur für die Einhaltung gewisser Mindestpreise beim Einkauf einiger weniger Produkte − mehr nicht.
Im Fachhandel kann und sollte auf das TransFair-Zeichen ganz verzichtet werden, weil das Konzept des Fairen Handels wesentlich mehr leistet als nur eine Mindestpreiszahlung an die Erzeuger.